Wenn wir ehrlich sind, ist Gastgeber sein das Schönste, was wir uns vorstellen können. Wir haben in Busches Butze Menschen willkommen geheißen, die sich von Herzen gefreut haben, die uns Nachrichten geschrieben haben, die uns bewegt haben, und die nach ihrem Urlaub als andere Menschen abgereist sind. Entspannter, ruhiger, ein bisschen mehr bei sich. Das ist das, wofür wir das hier machen.
Und trotzdem: Dieser Text handelt von den anderen Momenten. Nicht weil wir klagen wollen. Sondern weil wir glauben, dass ein bisschen Nachdenken auf beiden Seiten einen Urlaub und die Welt ein Stück besser macht.
Der Klassiker: Die Anleitung, die niemand liest
Der WLAN-Code steht im Gästebuch. Das Gästebuch liegt auf dem Couchtisch. Auf dem Couchtisch, genau dort, wo man sich hinsetzt. Der Schlüssel für den Müllraum hängt am Spiegel im Flur. Am Spiegel, an dem man unweigerlich vorbeiläuft. Die Anleitung für den digitalen Türzugang haben wir so ausführlich geschrieben, dass wir sie eigentlich als Kurzgeschichte einreichen könnten.
Und trotzdem klingelt das Telefon. „Wo finde ich den WLAN-Code?“ „Ich finde den Schlüssel für den Müll nicht.“ „Das Schloss lässt sich nicht öffnen.“
Wir haben aufgehört, uns darüber zu wundern. Menschen im Urlaub schalten ab, und das sollen sie ja auch. Nur manchmal schalten sie vielleicht eine Stufe zu früh ab. Schon bei der Ankunft.
Was „Wohnung besenrein hinterlassen“ bedeutet und was nicht
Vor der Abreise bitten wir unsere Gäste, den Müll zu entsorgen und die Wohnung so zu hinterlassen, dass die Endreinigung reibungslos starten kann. Was das konkret bedeutet, verstehen Menschen sehr unterschiedlich.
Für manche gehören leere Flaschen offenbar nicht zum Müll. Sie stehen auf dem Küchentisch, ordentlich aufgereiht, fast dekorativ. Wenn Flaschen dann doch entsorgt werden, wandern sie gerne in den Hausmüll. Dass nebenan ein Glascontainer steht, ist vielleicht nicht jedem aufgefallen. Im Urlaub trägt man schließlich keine Verantwortung für solche Details.
Wir verstehen das. Wirklich. Wer Urlaub macht, möchte sich um wenig kümmern. Das ist menschlich und völlig berechtigt.
Aber.
Natur erleben und schützen. Beides.
Die meisten unserer Gäste kommen in den Harz, weil sie der Natur nah sein wollen. Weil sie durchatmen wollen, die Stille des Waldes suchen, die frische Bergluft, das Rauschen des Windes. Das ist wunderbar. Das ist genau das, was dieser Ort zu bieten hat.
Und dann dreht die Heizung im Winter ein bisschen wärmer als zuhause. „Ich habe schließlich bezahlt.“ Die Dusche läuft etwas länger. Warum nicht? Urlaub ist Urlaub.
Wir fragen uns manchmal: Wer verlernt, im Alltag auf Ressourcen zu achten, der verlernt mit der Zeit auch, warum es wichtig ist. Und wer in die Natur fährt, um sich zu erholen, dem liegt eigentlich etwas daran, dass diese Natur bleibt, wie sie ist. Dass der Harz auch in zehn Jahren noch atmet, dass die Wälder sich erholen, dass das Wasser sauber bleibt.
Ein Urlaub kann übrigens noch schöner werden, wenn man auch als Gast mitdenkt. Nicht aus Pflicht. Sondern weil es ein gutes Gefühl ist.
Was Busches Butze für uns bedeutet und was wir uns wünschen
Unsere Wohnung ist für die Zeit des Urlaubs das Zuhause unserer Gäste. Wir möchten, dass sie sich wohlfühlen, ankommen, auftanken. Das ist kein Marketingsatz, das meinen wir so.
Und wir wünschen uns, dass auch die wenigen Gäste, bei denen es manchmal etwas hakelt, irgendwann zurückblicken und denken: Eigentlich wäre ein bisschen mehr Mitdenken ganz einfach gewesen. Für alle Seiten.
Den WLAN-Code hätten sie dann übrigens im Gästebuch gefunden. Auf dem Couchtisch. Wo er immer lag.
